Obstbaum-Schnitt

 

Grundsätzliches zum Schnitt von Obstbäumen:

Ertragreiche Obstbäume und Laubbäume mit dichtem Blätterdach sind für die meisten Hobbygärtner wichtiger Teil eines schönen Gartens. Doch die Realität sieht oft anders aus: Statt üppiger Früchte- und Blätterpracht hängen an vielen Bäumen nur vereinzelt ein paar Äpfel und Kirschen. Schuld daran ist in vielen Fällen ein falscher Baumschnitt: Wer etwa beim Schneiden von Ästen zu rabiat vorgeht oder die optimalen Schnittzeiten nicht beachtet, schadet den Gewächsen

 

 

Zeitpunkt

Darüber gibt es einigen Disput unter den Gelehrten! Im allgemeinen gilt, dass ein Schnitt im Winter, etwa Oktober bis Mitte Januar, zu einem starken Austrieb führt. Ein späterer Schnitt erfasst schon einen Teil der Säfte, die in der Wurzel gespeichert wurden, und somit ist der Austrieb geringer. Besonders deutlich kommt das zum Ausdruck, wenn im Hochsommer geschnitten wird: Stark wachsende Gehölze werden auf diese Weise abgebremst. Es wird immer Wert darauf gelegt, dass kein Schnitt bei nassem Holz erledigt wird.

 

Monate 1 bis 3 für Apfel, Birne, Zwetsche/Pflaume (in dieser Reihenfolge), dann Süßkirsche und Spindelbüsche (3, Kirschen aber besser 7/8). Aprikose und Pfirsich kurz vor Knospenaufbruch. Walnuss 8. - Nicht bei Frost schneiden, der Februar ist meistens zu kalt. Junge Apfelbäume bis zum 5. Standjahr frühestens Ende Februar schneiden, sonst droht Schädigung oder Totalausfall bei nachfolgendem starken Frost. Auch im Winter bilden Obstbäume Wundgewebe.

 

 

Wuchskräfte

Die Wuchskräfte bei den Pflanzen sind um so höher, je steiler und höher ein Trieb über den anderen steht. Umgekehrt hört ein Trieb auf, in die Länge zu wachsen, wenn er in der Waagerechten oder noch tiefer steht. Dafür treiben aus den oberen Rindenschichten neue Triebe senkrecht in die Höhe, da der Saftstrom an der Oberseite am stärksten wirkt. - Die senkrechten Triebspitzen streben unter allen Umständen in die Höhe und reservieren für sich dazu alle Säfte, deren sie habhaft werden können. Sie unterdrücken sogar durch ein Hormon die Ausbildung neuer Triebe im darunter liegenden Bereich. Wird die Spitze gekappt, entfällt die Hormonbremse, aus den Knospen wachsen Triebe: Bei scharfem Schnitt sind es wenige kräftige, bei kurzem Schnitt mehrere schwache.

 

 

Was bedeutet Fruchtholz?

Es wird bei Obstgehölzen zwischen Frucht- und Holztrieben unterschieden. Wie der Name schon sagt, sind es die Fruchttriebe, an denen das Obst wächst. Zu unterscheiden sind beide an der Art der Knospen. Die Holztriebe weisen ausschließlich Blattknospen auf, wohingegen an den Fruchttrieben mindestens eine, in der Regel aber mehrere, Blütenknospen zu finden sind.

 

 

Die "Saftwaage"

Die "Saftwaage" ist ein Begriff aus dem Gartenbau, spezieller dem Pflanzenschnitt.

Grob gesagt geht es darum, dass bei Bäumen und sonstigen Holzgewächsen eine symmetrische Verteilung der Äste und Astlängen der Gesundheit der Äste und der Pflanze im Ganzen zugute kommt. Das optische und gewichtliche Gleichgewicht bedeutet also auch ein gesundheitliches Gleichgewicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Junge Krone:

Der Obstbaum soll Luft und Sonne in der Krone bekommen, um die Blüten und Früchte gut ausbilden zu können. Die Form der Pyramide ist ideal dafür. Scheuen Sie sich nicht, entsprechende Triebe glatt abzuschneiden (siehe Abbildung):

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Habitus:

Die Endform sollte also etwa so aussehen (man soll eine Mütze hindurchwerfen können):